Hintergrund der Arbeit
Proxy-Zertifikate sind
von ihrer Syntax, jedoch nicht von ihrer Semantik, her X.509-Zertifikate.
Zur Kennzeichnung sind Proxy-Zertifikate mit der X.509-Extension ProxyCertInfo
versehen, die zudem als kritisch markiert ist. Dies bedeutet, dass Anwendungen,
die nicht mit Proxy-Zertifikaten umgehen können, diese generell als
ungültig ablehnen. Zur Delegation von Ressourcenzugriffen werden für
eine zertifikatsbasierte Authentifizierung gegenüber Grid-Diensten
ausschließlich Proxy-Zertifikate verwendet. Das zum Zertifikat gehörende
Schlüsselpaar wird dem Prozess dabei unverschlüsselt mitgegeben,
was bedeutet, dass dieses Token auf der ausführenden Plattform lediglich
über die Zugriffsrechte des Dateisystems geschützt ist. Dies ist
insbesondere deshalb kritisch, da sich ein Unberechtigter, der Zugriff auf
diese Datei erlangt, während der Gültigkeitsdauer des zugehörigen
Proxy-Zertifikats für den rechtmäßigen Anwender ausgeben
kann. Proxy-Zertifikate werden im Globus
Toolkit in unterschiedlichen Ausprägungen und Anwendungen verwendet
(für nähere Informationen siehe hier).
Dies ist einer der Hintergründe für eine mehr oder weniger fundierte Kritik an der Sicherheit von Proxy-Zertifikaten bzw. deren Verwendung im Globus Toolkit.
Ziel der Arbeit
Im Rahmen dieses FOPRAs sollen die sicherheitskritischen Anmerkungen zur
Verwendung von Proxy-Zertifikaten im Globus Toolkit (Version 4.0.x) erhärtet
bzw. widerlegt werden. Dazu ist eine systematische Beurteilung der Globus-Verwendung
von Proxy-Zertifikaten notwendig. Dies wiederum erfordert sowohl eine gründliche
Einarbeitung in das Globus Toolkit als auch eine Systematik in der Vorgehensweise,
die auf fundierten Kenntnissen von IT-Sicherheitskonzepten basiert. Insbesondere
soll auch untersucht werden, inwieweit die Sicherheit von Proxy-Zertifikaten
im Globus Toolkit mit der von ssh-Agenten
und der UNICORE Middleware (keine Proxies,
aber eben auch keine Delegation) vergleichbar ist. Sollten sich bei der
Analyse sicherheitstechnische Problembereiche zeigen, sollen in dem FOPRA
Lösungsvorschläge unterbreitet werden.
Die Arbeit kann auf einige Vorarbeiten am Lehrstuhl und am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) aufsetzen. Die Arbeit wird vornehmlich am LRZ durchgeführt.
Aufgabensteller:
Prof. Dr. D. Kranzlmüller
Anforderungen:
Java, XML, IT-Sicherheit, Ideal: Web Services, C
Dauer des Fopras/SEPs: 3 Monate
Anzahl Bearbeiter: 1-3
Betreuer:
Dr. Michael Schiffers,
Oettingenstr. 67, Raum E 003 (Erdgeschoß), Tel. 2180-9164
Jarno
Laitinen , LRZ, Boltzmannstr. 1, 85748 Garching b. München